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Der Radstreifen auf der Waldstraße gerät zur Farce

CDU und Freie Wähler hatten sich vor der Beschlussfassung zum Probebetrieb eines Radstreifens in der Waldstraße noch vergeblich für einen Lückenschluss und die Ertüchtigung des bereits bestehenden Fahrradstraßennetzes in Offenbach eingesetzt, die aus Sicht der Oppositionsparteien den Vorzug vor einer Einschränkung der Hauptverkehrsstraßen zugunsten des Radverkehrs in Offenbach erhalten sollte. Der Antrag wurde abgelehnt und stattdessen ein Fahrstreifen für die ausschließliche Nutzung durch den Rad- und Busverkehr und zu Lasten des Kraftfahrzeugverkehrs eingerichtet. Begleitet wird diese Maßnahme in einer Kooperation mit der technischen Hochschule Darmstadt. Deren Rolle muss hier schon deutlich hinterfragt werden, wenn trotz der in 2023 festgestellten geringen Auslastung empfohlen wird, die teilweise Sperrung zu verstetigen und bis zur Stadthalle auszuweiten. Zumal die Unvoreingenommenheit der Quelle der Studien anhand zahlreicher früherer Äußerungen des Hauptverfassers durchaus angezweifelt werden kann.

„Vor allem bestehen auch Bedenken zur Sicherheit des Radverkehrs. Zum einen ergibt sich durch die gleichzeitige Nutzung einer Fahrspur für Bus und Fahrrad durchaus die Situation, dass Busse hinter Radfahrern ausgebremst werden oder auch Radfahrer wegen der an Bushaltestellen anhaltende Busse auf die parallele Fahrspur des Kraftfahrzeugverkehrs ausweichen“, betont der CDU-Fraktionsvize und verkehrspolitische Sprecher Dominik Mangelmann. Unter diesem Gesichtspunkt wäre eine Stärkung der Fahrradstraßen, insbesondere der zur Waldstraße parallelverlaufenden Senefelderstraße und der Wilhelmstraße zielführender.

Gegenwärtig tritt aber eher das Gegenteil ein, da mit der Teilsperrung in der Waldstraße auch eine Verdrängung des Kraftfahrzeugverkehrs in die Nebenstraßen erfolgt und dort ein höheres Verkehrsaufkommen jedenfalls nicht für mehr Sicherheit des Radverkehrs sorgt. Befremdlich ist auch, dass es offenbar überhaupt nicht darauf ankommen soll, ob sich aus der Maßnahme ein irgendwie gearteter Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger ergibt. Die SPD hatte im vergangenen Jahr bei der Beschlussfassung zum Testbetrieb sehr nachdrücklich eine „ernsthafte Evaluation der Maßnahme“ eingefordert und einen Dauerbetrieb nur für den Fall „eines überwiegenden Nutzens für die Verkehrsentwicklung“ in Aussicht gestellt.

Verständlich also, dass die zuständige Dezernentin die ermittelten Zahlen nicht vorlegen möchte, denn diese werden eine Verstetigung der Maßnahme nach dem tatsächlichen Bedarf kaum rechtfertigen. Dem Vernehmen nach beträgt der Anteil des Rad- und Busverkehrs zusammen unter 10 %, der des Kraftfahrzeugverkehrs dementsprechend über 90 %. „Angesichts derartiger Zahlen den vorhandenen Verkehrsraum hälftig auf die Verkehrsträger Rad/Bus einerseits und Kraftfahrzeugverkehr andererseits aufzuteilen, hat nichts mit einer vorausschauenden und zielführenden Verkehrspolitik zu tun, als mehr mit reiner Klientelpolitik, an den Interessen der Mehrheit der Offenbacherinnen und Offenbachern vorbei“, so Mangelmann abschließend.